PLH
Der Steverhof . Lüdinghausen
Wettbewerb . 3. Preis
Der städtische Block . Der neue Stadtbaustein ist typologisch als Block um einen lärmgeschützen und identitätsstiftenden Innenhof konzipiert. Sowohl die benachbarte Kinobebauung, die im Süden angrenzende Gewerbehalle, als auch die sich im Westen befindlichen Wohnbebauungen erhalten durch den 4-geschossigen Baukörper mit Staffel eine Fassung und ein räumlich wirksames ›Gegenüber‹, welches mit seiner öffentlichkeitswirksamen Erdgeschossnutzung einer Quartierswerkstatt und den Wohnnutzungen in den Obergeschossen eine lebendige städtische und soziale Nutzungsmischung generiert: ›urbane Vielfalt und Identität‹. Die Blockbebauung treppt sich durch Staffelungen nach Süden und Westen ab und bildet städtebaulich zum Kreuzungspunkt Münsterstr./Konrad-Adenauer-Str. einen tektonisch gegliederten Hochpunkt. Ein neuer Quartiersplatz im Osten und die Ausbildung einer Gasse im Süden schaffen eine neue Verbindung zwischen Münster- u. Konrad-Adenauer-Str. an welcher später die benachbarte städtebauliche Entwicklungsfläche „Darlay“ anknüpfen kann. Der halb-öffentliche Innenhof ›die grüne Mitte‹ dient zum Aufenthalt und zur Erschließung. Durch die Durchwegung entstehen neben Blickbezügen viele Möglichkeiten der Begegnung. Die Ausbildung eines Hochparterres schafft den erforderlichen Abstand zum Straßenraum und generiert in Verbindung mit durchgesteckten Grundrissen qualitätsvollen Wohnraum.
Die soziale Nutzungsmischung . Im adressbildende Hochpunkt ist im EG eine den Hausbewohnern und dem Quartier zur Verfügung stehende halböffentliche Quartierswerkstatt angeordnet. Sie ist Anlaufstelle, Adresse und Umsetzerin für ein aktives Wohngebäude des Austauschs und der Begegnung im Quartier. Die geplante Wohnbebauung umfasst ges. 28 Wohneinheiten. 18 Wohnungen, sowie 2 Clusterwohngruppen (TRH 2+3) sind als sozial geförderter Wohnungsbau konzipiert. 6 Wohnungen (TRH 1) und zwei Wohn-Hybrid-Townhouses zur Münsterstr. sind als freifinanzierte Wohn- bzw. Büroräume geplant. Die Wohn-Hybrid-Townhouses können durch ihren flexiblen Grundriss sowohl als Wohn- oder Bürohaus genutzt werden. Die Clusterwohngruppen sind mit privatem Bad, gemeinschaftlicher Küche und Gemeinschaftswohnraum konzipiert und stehen insbesondere vulnerablen Gruppen, Auszubildenden oder Alleinstehenden zur Verfügung. Zusätzlich zum grünen Hof wird eine Gemeinschafts-Dachterrasse zum Urban Gardening vorgeschlagen, welche mit Blick auf die Altstadt und Burgenlandschaft Lüdinghausens als halböffentliche Stadtterrasse fungiert.
Der architektonische Ausdruck . Die steinerne Präsenz des rotbraunen Ziegelbaus unterstreicht den städtischen Charakter des Baukörpers. Diagonal stehende Läuferverbände gliedern die straßenzugewandten Fassaden in den OGs und schaffen eine starke Plastizität durch eine lebhafte, rhythmisierte Gliederung der Fassade. Der Sockel, die zurücktretenden Staffelgeschosse und der Innenhof setzen sich bewusst als glatte Ziegelbänder ab um die Differenzierung zwischen halböffentlichen und privaten Zonen nach außen ablesbar zu machen.
Die Ökologische und soziale Nachhaltigkeit . Das Projekt versteht sich als „E“-Gebäude = „Einfach“-Gebäude. Es wird ein nachhaltiger und sozialer Ansatz durch einfache dichte, massive und auf dem Dach begrünte Bauweise vorgeschlagen. Unterschiedliche Wohnungsgrößen sichern eine soziale Durchmischung. Die Dachflächen sind als Terrassen oder Gründach ausgebildet und bieten Platz für PV.





