NKS
Neubau Kita Seedorf, Dunningen
Wettbewerb
Der Dorfraum . Das Gebäudevolumen der Giebelhäuser ist typologisch in Anlehnung an die Vorstellung eines „Urhauses“ – wie Kinder es malen würden - konzipiert. Durch die Aneinanderreihung von fünf Giebelhäuser entsteht eine morphologisch prägnante Form, die der neuen Kita eine Kleinteiligkeit und Vielgliedrigkeit gibt. Die Ost-West Ausrichtung der Volumina führt die ortsbildprägenden giebelständischen Gebäude an der Freudenstädter Straße fort und nimmt maßstäblich mit seiner flachen Neigung Bezug auf die angrenzende Schule. Mit der Setzung wird zur lärmbelasteten Hauptstraße im Westen ein Vorbereich zum Parken und Ankommen und im Osten zum Wohngebiet ein geschützter Garten- und Spielbereich ausgebildet.
Sowohl die im Westen angrenzende straßenbegleitende Bebauung, das im Norden angrenzende Pfarrhaus, als auch die im Süden angrenzende Schule bekommen mit dem neuen zweigeschossigen Gebäude eine räumliche Fassung und ein räumlich wirksames ›Gegenüber‹. Mit der Fortführung der vorhandenen Wegestruktur vom Süden über das Grundstück bis zur Hauptstraße und die Anbindung an das Kirchgässle wird eine neue vom Straßenraum unabhängige Fuß- und Radwegevernetzung im Dorfquartier geschaffen.
Der Baukörper/ Gestalt . Die Staffelung der West- und Ostfassade nutzt das Baufeld intensiv aus. Dabei bricht die Abstaffelung den Maßstab der Kubatur und gibt dem Gebäude einen kindgerechten Ausdruck. Der Topographie folgend steigen die Giebelhäuser zum Süden hin an. Die Baukörperabstaffelung in Höhe und Tiefe verzahnt dabei Innen und Außen und definiert überblickbare und kindgerechte Freiräumen. Im Sinne einer gezielten Adressbildung staffelt sich das Gebäude von der Freudenstädter Straße zurück und leitet zum Haupteingang der Kita hin. Am Kreuzungspunkt zwischen dem vom Süden kommenden Fußweg und der Zuwegung von der Hauptstraße/ Parkplatz zum Eingang wird ein Vorbereich ausgebildet. Der Mitarbeiterzugang und die Anlieferung der Küche erfolgt über einen separaten Eingang von Norden über das Kirchgässle.
Der architektonische Ausdruck . Der Holzbau sitzt auf einem umlaufenden Betonsockel, welcher auf das topografisch ansteigende Gelände reagiert. Das Gebäude wird von Weitem von einer scheinbar rigiden vertikalen Holzlattung überzogen. Beim Nähertreten offenbart sich die diagonale Tragunterkonstruktion, welche subtil eine andere gliedernde Maßstäblichkeit einführt und mit seiner lebhaften reliefierten Oberfläche dem Gebäude eine starke Plastizität verleiht. Durch eine einheitliche grüne Lasur von Lattung und Unterkonstruktion wird der Fassade eine sinnliche Note verliehen, welche von Weitem homogen und von Nahem kindlich verspielt wirkt. Rückseitig löst sich das Volumen im Bereich des Gartenhauses in ein filigranes Holzgeflecht auf, welches mit seiner raumhaltigen Transparenz als Übergangsbereich zwischen Innenraum und Garten zum Spielen einlädt. Die Präzision des Volumens wird durch den fehlenden Dachüberstand unterstützt. Die leichte Präsenz des Holzbaus unterstreicht dabei den ortsbildprägenden ländlichen Charakter.


